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© 2004 Achim Weber - www.providerland.de
Letzte Änderung: 13. Apr 2006
 
Radiologische Unters.

 Tierärztliche Klinik für kleine Haustiere
Rahlstedter Straße 156    22143 Hamburg-Rahlstedt
Tel. 040/ 677 21 44   Fax 040/ 677 37 98
www.Tierklinik-HH-Rahlstedt.de


Datum 27.3.06

Betreff:  Radiologische Untersuchung des Hundes "Krümel", Besitzer  Heinrich Berlet

Der Hund wurde heute  hier unter Narkose untersucht. Es wurden 2 Übersichtsaufnahmen (Thorax und Abdomen) gefertigt, auf denen im Bereich der Brustwirbelsäule sowie im Bereich der Lendenwirbelsäule Spondylosen der Wirbelkörper (Knochenspangenbildung zwischen den einzelnen Wirbelkörpern) ersichtlich sind.

Die anschließende radiologische Untersuchung im Scan-Verfahren und unter Nutzung von 10.0 ml Kontrastmittel im  Periduralraum ( Negativraum zwischen harter Rückenmarkshaut und Knochenhaut der Wirbel) ergab folgende Befundung:

Diskospondylitis L7-S1 mit hochgradiger Raumnahme des Wirbelkanals ( Cauda equina-Syndrom) (hochgradige entzündliche Aufquellung der Bandscheibe)

Diskospondylitis mit Bandscheibenprotrusionen (-aufquellungen) im Bereich  L5-L4, L4-L3, L3-L2, L2-L1, L1-Th13 Die Aufquellungen im Bereich L4-L3 und L3-L2 sind als hochgradig zu bezeichnen.

Bewertung:

Der Hund Krümel leidet unter den Folgen einer instabilen Wirbelsäule. Im Bereich der Brust- Lendenwirbelsäule ist es zu schmerzhaften  Veränderungen der Zwischenwirbelräume gekommen (Entzündungen der Bandscheiben und der Wirbelkörper. Die Knochenspangenbildung beeinträchtigt zusätzlich die Elastizität der Wirbelsäule. Die Bandscheibenaufquellungen führen zu erheblichen Einschränkungen der Rückenmarksfunktionen (Einschränkung der Motorik ggf. des Intestinums) und zu einer hohen Schmerzspannung.

Jedwede unphysiologische Beanspruchung der Wirbelsäule, Stoß, Verbiegung, insbesondere schraubenförmige Verdrehungen führen unmittelbar zu erheblichen Schmerzen, die mit einem  für den Hund typischen Abwehrverhalten beantwortet werden.

Dieses Abwehrverhalten kann bei  Hunden und   Menschen zu Verletzungen führen.

Ein derartiges Verhalten ist nicht zu verwechseln mit  einer psychischen Störung, welche zu Angriffsverhalten gegenüber  Hund und Mensch (übersteigerter Jagdinstinkt)  führen kann und stellt mit größter Sicherheit  die Ursache für die Verletzungen der kleinen Mädchen im Großlohe Ring dar.

Kinder sind in Zukunft  von dem Hund fernzuhalten. Sofern die begonnene Therapie zur  Auflösung der Bandscheibenaufquellungen führt, dürfte die z.Zt. vorhandene Schmerzspannung verlorengehen.

Insofern stellt dieser Hund keine Gefahr für die Allgemeinheit (mehr) dar.

Dirk Schrader
-Tierarzt-